Neuheit Alfa Romeo Junior

Fahrspass mit italienischem Flair

Ende Juni sollen sich die Bestellbücher für den neuen Alfa-Romeo Junior öffnen. In der Schweiz wird es eine vollelektrische Version (Elettrica) und ebenfalls einen Mild-Hybrid-Benziner (Ibrida) geben.

Eigentlich hätte der neue Einstiegs-SUV von Alfa Romeo den Namen «Milano» tragen sollen. Ein Minister der rechtsgerichteten italienischen Regierung hatte die Verwendung des Städtenames aber als gesetzeswidrig kritisiert, weil das Auto nicht «Made in Italy» sei, sondern im polnischen Tichy gebaut werde. Weil Alfa Romeo aber jegliche Kontroverse vermeiden wollte, wurde der Name nur wenige Tage nach der vielbeachteten Weltpremiere am 10. April 2024 in Mailand kurzfristig in «Junior» geändert.

Neue Design-Philosophie

Das Mailänder Stadtwappen taucht indes weiter im Markenemblem des Junior auf. Für das Design zeichnet sich ein verhältnismässig kleines internationales Team verantwortlich. Sechs Designer kümmerten sich um das Exterieur und vier um das Interieur. Das Team habe rund eineinhalb Jahre mit Hochdruck am Junior gearbeitet, erklärt Giovanni Ribotta, Design Project Manager. Laut Ribotta widerspiegelt der Junior die neue Design-Philosophie von Alfa Romeo, die auch beim neuen Stelvio (2025) und der neuen Julia (voraussichtlich 2026) eingebracht wird.

Der Sportcoupé-Crossover misst lediglich 4,17 Meter in der Länge, ist 1,78 Meter breit und 1,50 Meter hoch. Die Motorhaube zieht weit nach unten. Besonders markant präsentiert sich das Scudetto (Abzeichen). Der Kühlergrill wurde als vergitterter Lufteinlass horizontal in die Frontschürze integriert. Definitiv einen hohen Wiedererkennungswert besitzt die Lichtsignatur. Vier grössere und drei kleinere LED-Tagfahrleuchten rahmen auf beiden Seiten die Voll-LED-Matrix-Hauptscheinwerfer ein. Die Seitenansicht ist geprägt von einer nach hinten leicht ansteigenden Fensterlinie und von bis zu 20 Zoll grossen Rädern. Die hinteren Türen werden über versteckte Griffe in der C-Säule geöffnet. Abgerundet wird das überaus gefällige Design des Junior von hoch platzierten Rückleuchten und einer markanten, in schwarz gehaltenen Heckschürze. Sehr prominent ist auch der Markenschriftzug platziert.

Sportlich-edel präsentiert sich das Interieur. Der Fahrer dirigiert den Junior über ein leicht abgeflachtes Mulifunktions-Lenkrad und holt sich die wichtigsten Informationen über das 10,25 Zoll grosse digitale Kombiinstrument. Die gleiche Grösse besitzt auch der leicht zum Fahrer geneigte Infotainment-Bildschirm. Diverse Funktionen lassen sich sowohl mit den Fingern als auch per Sprachbefehl steuern, unterstützt von der KI-Software «ChatGPT» und dem Kommando «Hey Alfa». Optional sitzt man vorne auf Sportsitzen mit eingesticktem Markenemblem. Hinten gibt es ordentlich Platz für zwei Passagiere, zu dritt wird es dann aber doch sehr kuschelig. Der Kofferraum unter dem «Coda Tronca»-Heck ist mit 400 Litern sehr ordentlich.

Zwei Elektroversionen und ein Mild-Hybrid

Der Alfa Romeo Junior basiert aktuell auf der CMP- und e-CMP-Plattform des Konzerns. Es werden zwei Elektroversionen (Elettrica) auf den Markt kommen. Der 54 kWh grosse Lithium-Ionen-Akku soll eine WLTP-Reichweite von bis zu 410 km ermöglichen. Sie lädt mit maximal 100 kW in knapp 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Der Elektromotor ist unter der Fronthaube platziert, leistet 156 PS (115 kW) und treibt die Vorderräder an. Daneben wird es zeitnah auch noch eine sportlichere Veloce-Version geben mit 240 PS (176 kW). Kombiniert mit einem Allradantrieb Q4, dem Torsen-Sperrdifferenzial sowie einem aufwendigen Fahrwerk.

Der Junior wird zudem auch mit einem Verbrennermotor angeboten. Dabei kommt ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe inklusive integriertem E-Motor (21 kW/29 PS) zum Einsatz. Kurzzeitig lässt sich der Junior damit rein elektrisch bewegen. Primär hilft die Mild-Hybrid-Technik aber, den Mixverbrauch auf rund 5,2 l/100 km zu senken. Die Hybrid-Version heisst Ibrida. Zumindest denkbar ist zu einem späteren Zeitpunkt auch ein Quadrifoglia Verde-Powermodell des optisch ohnehin schon sehr sportlichen Junior.

FAZIT

Der Alfa Romeo Junior wird preislich definitiv höher positioniert sein als seine Plattform-Geschwister Fiat 600e (ab CHF 38'190.-) und Jeep Avenger (ab CHF 39'490.-). Das Junior-Einstiegsmodell mit Elektroantrieb dürfte demnach schätzungsweise mindestens rund CHF 43'000.- kosten.

Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

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